Die Ewigkeitschemikalie PFAS wird als Gesundheitsgefährder zunehmend zum Problem. Die Öffentlichkeit reagiert immer sensibler darauf. Jana Söffken, Donald Dibra und Nebosje Ilic haben das richtige Gespür gehabt. Als Gründer des Münchner Start-ups PFASuiki, gereift im Inkubator des japanischen Tech-Konzerns TDK, haben sie eine effektive, kostengünstige und vor allem umweltschonende Methode gefunden, diese renitenten chemischen Verbindungen - mehr als 10.000 davon gibt es - zu zerstören. Die Entwicklung ist aufwendig, am Ende aber deutlich vorteilhafter als das teure Filtern von kontaminierten Wasser mit Aktivkohle. Mülldeponien oder Kläranlagen haben das Problem, den Ewigkeitsdreck der Chemieindustrie und der Konsumenten zu beseitigen. In zwei bis drei Jahren will PFASuiki kommerziell starten. Dann gibt es vielleicht mit weniger PFAS mehr Suiki - japanisch für „klares Wasser".
Mehr lesenEinen Roboter so einfach wie einen ganz alltäglichen Laptop zu bedienen, das haben Mladen Milicevic und Kevin Freise mit ihrer unabhängigen Automatisierungsplattform Unchained Robotics erreicht. Sie bewirken eine Kette von Disruptionen in der Welt der Robotik. Die Anlagen können schnell, unkompliziert, flexible, effektiv und kostengünstig installiert werden. Die Gründer aus Paderborn haben mit einem Online-Marktplatz erstmals Transparenz im schwer überschaubaren Angebot der Roboterhersteller geschaffen. Ihr MalocherBot ist ein intelligenter Roboterarm. Das entwickelte, einmalige Betriebssystem - die wichtigste Errungenschaft - bietet den ersten Industriestandard, mit dem Roboter aller Hersteller programmiert und von jedem intuitiv bedient werden können. Innovationen, die die Automation vor allem in mittelständischen Unternehmen beschleunigen soll. Eine Mission: Denn China steht vor der Tür.
Mehr lesenStudenten der TU München haben ein globales, schnelles, effektives und kostengünstiges Infrarot-Satelliten-System zur Waldbrand-Prävention und -Beobachtung aus dem All entwickelt. OroraTech hat bereits die hohe Zuverlässigkeit seiner Technologie bewiesen. Feuerwehren etwa in Kanada können darauf nicht mehr verzichten. Das Warn-, Analyse- und Prognose-Tool sieht mit Wärmebildern aus der Erdumlaufbahn großflächig das, was Rettungskräften allein schon wegen starker Rauchentwicklungen vorenthalten bleibt. In Zeiten des Klimawandels und dramatisch zunehmenden Waldbränden haben die Gründer einen Punkt. Parallel haben sie eine Satelliten-Plattform gebaut, mit der die eigenen insgesamt geplanten 100 Flugkörper befördert werden sollen, aber auch anderen Start-ups und Forschungseinrichtungen anbieten. Ende November ist GENA OT mit mehreren Missionen erfolgreich mit SpaceX in die Umlaufbahn gebracht worden. Ein wichtiger Meilenstein für das NewSpace-Start-up.
Mehr lesenVier Absolventen haben mit dem Start-up Zaitrus den direkten Weg von der Uni Bayreuth in die Selbständigkeit gewählt - und eine disruptive Analyse von Mikroplastik in Flüssigkeiten entwickelt. Vor Ort, nicht im Labor. Fortlaufend, nicht nur einmal am Tag, und das in Echtzeit. Schnell, zuverlässig, kostengünstig. Zaitrus kann Mikroplastik nicht beseitigen, aber dazu beitragen, die Gefahren rechtzeitig zu erkennen und so die immer ernster werdende Kontamination zu bekämpfen. Von Leitungswasser und Abwasser über Milch bis zu Bier, Mineralwasser oder Limonaden kann das System mit Sensoren Verunreinigungen detektieren. Für Städte und Kommunen mit ihren Kläranlagen sowie für private Unternehmen wie Lebensmittelhersteller bietet sich so ein effektiver Mechanismus zur Prävention und Qualitätssicherung, der vor Schäden schützen kann.
Mehr lesenDer Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 war das Ende des Icarus-Projektes, der Beobachtung von Wildtieren aus dem All. Die Zusammenarbeit des Max-Planck-Instituts mit der russischen Raumfahrtagentur Roscosmos war mit einem Tag beendet. Sieben Wissenschaftler der TU Dresden und der Vertriebsmanager Gregor Langer aus München haben Icarus wiederbelebt. In nur vier Monaten nach dem Russland-Überfall gründeten sie Talos. Nun, dreieinhalb Jahre später, transportiert eine SpaceX-Rakete den ersten Testsatelliten ins All. Die Gründer haben ein disruptives, leistungsstarkes und kostengünstiges System entwickelt, um mit kleinen Satelliten die Bewegung von Zugvögeln, Fledermäusen und Nashörnern zu erfassen - und damit zugleich den „Puls der Erde zu fühlen". Eine ungewöhnliche Gründergeschichte, bestückt mit reichlich Ideen und vielen konkreten Plänen.
Mehr lesenMehr digitale Mobilität, immer höhere Komplexität. Moritz Buhl will zwei schwer vereinbare Trends durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zusammenbringen, damit man vom Smartphone oder Tablet aus eine Firma managen, Finanzen regeln oder Buchhaltung zu erledigen kann. Sein Unternehmen Buhl Data Service, ein Softwarehaus, bietet seit Jahrzehnten für Arbeitnehmer, Kleinunternehmer, Freiberufler und Gründer Lösungen für Steuer, Finanzen, Buchhaltung und Büro-Verwaltung an, bekannt unter den Namen WISO Steuer, WISO Finanzblick, WISO Mein Büro. Buhl hat erkannt, wie wichtig KI in der Zukunft auch für ihn wird. Er ist Mittelständler und führt ein etabliertes Unternehmen. Und doch denkt er wie ein Start-up-Gründer.
Mehr lesenAls Job-Plattform für Arbeitsplätze am Bau wurde Crafthunt vor fast drei Jahren gegründet. Das Münchner Start-up will aber auch mit dem Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz Prozesse in der Bauindustrie automatisieren und mit einem KI-Assistenten den Firmen Arbeit abnehmen. Im April hat es das professionelle Tool BauGPT Pro eingeführt. Die Resonanz ist so groß, dass Crafthunt sich vor zwei Wochen in BauGPT umbenannt hat. Ein neues Geschäftsfeld entsteht, ohne das Recruiting als Lösung gegen den sich zuspitzenden Fachkräftemangel aus dem Auge zu verlieren. Personal ist knapp, also müssen sich die Beschäftigten auf das eigentlich wichtige konzentrieren und von zeitraubender Routine entlastet werden. Die Gründer verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz in einer Branche, in der Digitalisierung noch nicht so richtig Einzug gehalten hat.
Mehr lesen„Wir denken Produkttests neu." Vier Studenten haben an der TU München in einem wissenschaftlichen Raketenprojekt Flugcomputer und das Testsystem entwickelt. Noch vor dem jetzt anstehenden Studienabschluss haben sie das Spin-off Duneo gegründet. Zur neuen, KI-gestützten Software gibt es eine eigens entwickelte kompakte Hardware, die aus drei kleinen Kästchen besteht. Das System ist so leistungsfähig, vielseitig einsetzbar, effektiv, schnell, zuverlässig und kostengünstiger als bestehende Technologien, dass es den Vergleich mit dem Mission Control Center der NASA nicht scheuen müsse - sagen die Gründer. Mit ihm können Produktentwicklungen deutlich verkürzt, Entwicklungskosten gespart werden. Anfang 2026 gehen sie in Vollzeit, hoffen 2027 auf den Marktstart. Die Piloten stehen im Herbst für Tests und Validierung bereit. Muss noch eine Finanzierung her: Die Gründer hoffen auf Fördermittel - und vielleicht auf Kooperationen mit der Industrie.
Mehr lesenNur die Ruhe. Im Hype um Künstliche Intelligenz geht es mitunter in Unternehmen hoch und nicht selten unkontrolliert her. Es entsteht für Heiko Müller und Luciano Radicce ein Wirrwarr, in das Ordnung hineinzubringen ist - weshalb sie die KI-Beratung Lazy Consulting gegründet haben. Sie bauen für kleine und mittelständische Unternehmen oder auch für Start-ups systematisch eine Infrastruktur ohne „KI-Gebastel" auf, und zwar auf allen Ebenen und für alle betroffenen Mitarbeiter. Durch den ganzheitlichen Ansatz in einem extrem komplexen KI-Transformationsprozess mit Beratung von oben nach unten und von unten nach oben - Bottom up, Top down - gehen sie einen eigenen Weg und bedienen sich dabei selbst der Generativen KI.
Mehr lesenKünstliche Intelligenz betreut Kunden in der Telefon-Hotline? Für Daniel Keinrath war das mal ein "No Brainer", ist für ihn dann zur Herausforderung der Extraklasse geworden. Der Wiener hat mit seinem Partner und KI-Experten Matthias Gruber das österreichische Start-up fonio.ai gegründet. Sie setzen alles daran, den KI-gesteuerten virtuellen Telefonassistenten so menschlich wie möglich zu machen und so etwas wie Emotionalität einzuhauchen. Erst seit September 2024 auf dem Markt, ist das Wachstum atemberaubend. Über 1200 Nutzer hat fonio.ai schon nach zehn Monaten. Ende dieses Jahres sollen es 5000 sein. Aber es ist kein einfacher Markt. Viele Anbieter, auch aus der Start-up-Szene, tummeln sich da bereits.
Mehr lesenKünstliche Intelligenz ist ein Hype. Aber immer noch scheuen viele den Umgang damit, als handele es sich um ein mysteriöses schwarzes Loch - besonders wenn es um die generative KI geht, die selbständig Inhalte generiert. Maximilian Hentschel und Alexander Schindler haben sich mit WaveSix vorgenommen, Unsicherheiten und Vorbehalte zu nehmen, vor allem mittelständischen Unternehmen den Einsatz schnell wie einfach mit großen Einsparpotentialen zu ermöglichen. Das erst Ende 2024 gegründete Start-up erlebt derzeit eine enorme Dynamik. Es ist nicht die Beratung, die WaveSix besonders macht: Vielmehr werden gemeinsam mit dem Kunden spezifische KI-Produkte für deren Anwendungen entwickelt und danach bei Erfolg auch auf den Markt gebracht. So entstehen KI-Bausteine, die je nach Bedarf zusammengesteckt werden können - wie in einer Boutique.
Mehr lesenGroße - IBM, Microsoft oder Google - und Kleine - eleQtron, QuEra oder IQM - treiben die Entwicklung von Quantencomputer aufwendig und unermütlich voran. Die Forschung steckt aber immer noch in den Kinderschuhen, sind die Rechenkapazitäten äußerst begrenzt. Bis die eigentlichen Vorteile ausgereizt werden können, kann es noch viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Das deutsche Start-up Kipu Quantum hat eine Software entwickelt, die heute schon die Technologie mit schnelleren und zuverlässigen Rechenprozessen nutzbar macht und den praktischen Einsatz in der Industrie verbessert.
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